Kriterien und Details für die Farbwahl bei Schönheitsreparaturen.


Ist in der Küche der Fensterschrank und sind die Heizrohre teils türkis und teils lila, im Badezimmer die Türinnenseite, der Heizkörper, die Heizungsrohre teilweise rot und teilweise schwarz lackiert und der Türrahmen schwarz gestrichen, steht dem Vermieter ein Renovierungsanspruch zu, da die Farben nicht als neutral und nicht als hell bezeichnet werden können.


Sind die Tapeten gelb gestrichen und großflächig mit zweifarbigem braunen Muster, versehen oder mit einem kräftigen Blau oder einem kräftigen Rot gestrichen, ist dies unzulässig ebenso wie der Anstrich eines Raumes mit kräftigem Rot, kräftigem Gelb und kräftigem Grün.

Kräftiges Moosgrün in der Küche hat der Vermieter nicht hinzunehmen.


Intensiv gestaltetes altrosafarbendes Muster mit zusätzlich unterschiedlich auf Fotografien glänzend erscheinender Oberfläche stellt keine zurückhaltende dem allgemeinen Geschmack entsprechende Gestaltung dar.


Tapeten

Unzulässig ist eine Tapete, die farblich intensiv bzw. kontrastreich ins Auge fallend gestaltet ist.

Unzulässig ist eine helle Tapete auf der mit über die gesamte Fläche gleichmäßig in relativ starkem Kontrast ein Blumenmuster verteilt ist, welches in starker Weise hervor tritt. Diese Gestaltung ist nicht zurückhaltend.

Eine Tapete mit starker Kontrastierung in unterschiedlichen Gelbtönen gehaltenem Blumenmuster ist nicht zulässig, da die Gestaltung unruhig wirkt.

Eine goldfarbene Tapete mit regelmäßig floralem Aufdruck ist unzulässig.

Die Gestaltung ist nicht zurückhaltend, sondern sie prägt den gesamten Raum in seinem Charakter.
Solche Tapetenmuster schränken die Auswahl der Möblierung, der Teppiche, Gardinen, Bilder usw. hinsichtlich Farben und stil ganz erheblich ein. Dies ist nicht neutral und zurückhaltend.


Die Auswahl mediterraner Farben durch den Mieter, die einen kräftigen Rotton, kräftigen Orangeton, kräftigen Gelbton und teilweise mit blaugrüner Farbe kombiniert ist eine ungewöhnliche und damit nicht zulässige Dekoration.


Wolkenbilder an der Badezimmerdecke sind nicht zulässig.


Unzulässig ist der Anstrich mit verschiedene Farben an den Wänden in einem Raum.


Es kommt nicht darauf an, ob zum Zeitpunkt der Übergabe der Wohnung an den Mieter die Wände ebenfalls in kräftigen anderen Farben gestrichen waren. Die bei Beendigung des Mietverhältnisses vorhandene Dekoration der Wände stammte vom Mieter und er war unabhängig von der Dauer des Mietverhältnisses verpflichtet, bei Rückgabe der Wohnung die Wände wieder in neutralen Farbtönen zu streichen.


Als zulässige Farbwahl wurde festgestellt:

Das Kleben einer Bordüre mit Harry-Potter-Motiven im Kinderzimmer.

Eine hellblau marmorierte Flurtapete.

Ein hellblauer Anstrich im Bad.

Die Verwendung mit floralem Muster, wenn die Tapete farblich unaufdringlich und auch vom Muster her zurückhaltend gestaltet ist.

Ein oranger Anstrich oder gelber Anstrich

Eine vom Mieter angewandte Lasurtechnik soll zulässig sein, wenn die Räume zu Beginn des Mietverhältnisses unrenoviert waren und keine Ansprache der Mietvertragsparteien betreffend die Art und der Ausführung der Schönheitsreparaturen getroffen wurde.