Die Ersatzansprüche des Vermieters wegen Veränderungen und Verschlechterungen der Mietsache verjähren in sechs Monaten. Die Verjährung beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem er die Mietsache zurückerhält.


Unter „Zurückerhalten“ wird nicht zwingend die ausschließliche Besitzverschaffung (Herausgabe) der Mietsache an den Vermieter verstanden, sondern es soll schon ausreichen, dass der Vermieter die Möglichkeit hat, sich einen ungestörten und umfassenden Eindruck von dem Zustand der Mietsache zu verschaffen.

Problematisch sind daher sog. „Vorbesichtigungen“, die schon vor der Beendigung des Mietverhältnisses stattfinden oder solche Besichtigungen, die stattfinden, obgleich die Wohnung noch möbliert ist.


Die Verjährung von Schadensersatzansprüchen kann auch dann mit Rückgabe der Mietsache beginnen, wenn der Mieter noch wenige Schlüssel behält. Der Beginn ist gegeben, sobald der Vermieter das Mietobjekt zur ungestörten Überprüfung überlassen bekommt und der Mieter den Besitz vollständig und unzweideutig aufgibt.

Das hat zur Folge, dass auch schon solche Ansprüche der Verjährung unterliegen, die noch gar nicht entstanden sind.

Der Ablauf der Verjährung wird nur dadurch unterbrochen, indem der Vermieter seine Ansprüche gerichtlich geltend macht oder der Mieter die Ansprüche des Vermieters ausdrücklich anerkennt.